
12,9 Millionen Erwerbstätige in Deutschland werden bis 2036 das Rentenalter überschritten haben. 38% der Unternehmen geben an, dass viele oder alle Informationen verloren gehen, wenn Mitarbeiter ohne Übergabe das Unternehmen verlassen.
Das ist keine Prognose. Das ist der Status quo.
In den letzten Teilen dieser Serie haben wir Schlüsselpersonal identifiziert, Vertretungsregelungen aufgezeigt und externe Ressourcen betrachtet. Aber eine Vertretung nützt wenig, wenn das entscheidende Wissen nur im Kopf einer einzigen Person existiert.
54% der deutschen Wissensarbeiter bezeichnen "Unternehmens-Amnesie" als Problem in ihrem Unternehmen. 72% der Führungskräfte sind nicht überzeugt, dass organisatorisches Know-how ausreichend gesichert ist. Und 42% verbringen täglich mehr als 30 Minuten allein mit der Suche nach relevanten Informationen.
Diese Zahlen zeigen: Die meisten Unternehmen wissen, dass sie ein Problem haben.
Sie handeln nur nicht.
In der Krisenmanagement-Sprache heißt das Konzept "Bus-Faktor". Der Bus-Faktor misst, wie viele Schlüsselpersonen gleichzeitig ausfallen müssten, bevor ein Prozess stoppt.
Bus-Faktor 1 bedeutet: Eine Person weg, Prozess steht.
Was können Sie tun?
1. Wissensmonopole sichtbar machen
Erstellen Sie Wissensträgerkarten: Wer weiß was? Wo ist der Bus-Faktor gleich 1?
Eine Seite pro Abteilung reicht, um die kritischsten Lücken zu erkennen.
2. Wissen aktiv dokumentieren
Kritische Prozesse, Zugangsdaten, Systemkonfigurationen und Entscheidungsgrundlagen gehören verschriftlicht.
Faustregel: Wenn morgen jemand übernehmen müsste, was würde er als Erstes brauchen?
3. Wissensweitergabe organisieren
Experten-Debriefings bei ausscheidenden Mitarbeitern. Tandem-Modelle zwischen erfahrenen und neuen Kräften. Job Rotation für natürliche Redundanz. 83% der über 55-Jährigen sind motiviert, ihr Wissen weiterzugeben. Es scheitert nicht an der Bereitschaft, sondern an fehlenden Strukturen.
4. Einarbeitungszeiten realistisch planen
Es dauert durchschnittlich 1,5 bis 2 Jahre, bis neue Mitarbeiter das Erfahrungsniveau ihres Vorgängers erreichen. Wer erst beim Ausscheiden mit der Übergabe beginnt, ist zu spät.
NIS-2 fordert explizit Konzepte für die Sicherheit des Personals und Regelungen beim Ausscheiden von Mitarbeitern. Wissensmanagement ist keine Kür, es ist regulatorische Pflicht.
Schlüsselpersonal zu identifizieren und Vertretungen aufzubauen reicht nicht. Wenn das Wissen nicht mitgeht, bleibt die Vertretung eine leere Hülle.
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CKK Consult - Rat und Unterstützung für den Krisenfall
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