Psychologie unter Druck | Teil 3 von 5
Stellen Sie sich vor, Ihr Vorstand tritt vor die Kamera.
Wie schnell entscheidet ein Zuschauer, ob er ihm glaubt?
Antwort der Forschung: 100 Millisekunden.
Bevor das erste Wort fällt, hat das Publikum bereits ein Vertrauensurteil gefällt,
nur auf Grundlage dessen was er sieht. Verlängerte Betrachtung ändert das Urteil kaum, sie bestätigt es nur.
Glaubwürdigkeit hat laut Hovland zwei Säulen:
wahrgenommene Sachkompetenz und wahrgenommene Aufrichtigkeit.
Wer nur eine bedient, fällt durch.
Menschen sind dabei im Default-Modus glaubensbereit (Truth-Default-Theory, Tim Levine).
Sie glauben, bis sprachliche Trigger Misstrauen auslösen.
Ausweichen, juristisches Framing, "kein Kommentar" sind solche Trigger. Sie kippen den Default sofort.
Williams, Bourgeois und Croyle zeigten 1993 in einem Mock-Trial-Experiment:
Geschworene bewerteten Angeklagte deutlich weniger schuldig, wenn die Verteidigung belastende Informationen selbst proaktiv einbrachte. Untersuchungen zur Krisenkommunikation haben ergeben:
Wer schlechte Nachrichten zuerst ausspricht, erhält höhere Glaubwürdigkeit, weniger Berichterstattung und positivere Frames.
Der Mechanismus ist robust:
Wer Information gegen das eigene Interesse offenbart, wirkt automatisch glaubwürdiger.
Allerdings: Wer leere Eingeständnisse ohne glaubwürdige Folgeaktion liefert, wird als taktisch durchschaut.
Ein Medientraining hilft Ihnen diese Mechanismen zu verstehen und vermittelt Werkezuge für ein sicheres Auftreten vor der Kamera.
Medientraining ist damit kein Soft-Skill. Es ist die operative Umsetzung von sechs Jahrzehnten Forschung.
Konkrete Werkzeuge, vom Expertise-Trust-Check bis zum 100-ms-Check vor der Kamera, finden Sie in den Kacheln.
Der gemeinsame Nenner all dieser Werkzeuge:
Struktur ersetzt das, was unter Stress nicht mehr zuverlässig funktioniert.
Wir unterstützen Unternehmen und Behörden seit über 20 Jahren beim Aufbau funktionsfähiger Krisenstäbe, beim Erstellen belastbarer Krisenhandbücher und bei realitätsnahen Übungen, inklusive Medientrainings und Sprecher-Briefings.
Unsere Plattform eCRISMA® bündelt alle für das Krisenmanagement relevanten Dokumente, bietet blitzschnellen Zugriff und ein digitales Krisenprotokoll mit Verschlüsselung für rechtssichere Dokumentation, auch bei IT-Ausfällen. Das integrierte Feedbacksystem mit Änderungsjournal sorgt für ständige Aktualität und Nachvollziehbarkeit.
In den kommenden Teilen dieser Serie schauen wir auf die Resilienz der Führung und die Aufarbeitung nach der Krise.
➡️ Sprechen Sie uns an: www.ckk-consult.de
CKK Consult - Rat und Unterstützung für den Krisenfall
Dieser Beitrag ist Teil unserer Serie zur Psychologie unter Druck.
Kernkompetenz der CKK Consult OHG ist Krisenmanagement, nicht psychologische Beratung. Wir beleuchten die psychologische Dimension, weil sie die Arbeitsfähigkeit von Krisenstäben unmittelbar beeinflusst.