Wie wirkt sich Stress auf das Gehirn und somit auf die Arbeit im Krisenstab aus?
In den letzten Wochen haben wir die Rollen im Krisenstab beleuchtet.
Heute geht es um etwas, das die beste Rollenverteilung wertlos machen kann:
Die Art, wie das menschliche Gehirn unter Stress entscheidet.
Sobald akuter Stress einsetzt, verändert sich messbar, wie wir denken.
Stress erhöht systematisch die Risikobereitschaft, reduziert die exekutive Kontrolle, verzerrt die Wahrnehmung.
Im Krisenfall, wenn es darauf ankommt, unter Stress gute Entscheidungen zu treffen, arbeitet das Gehirn am schlechtesten.
Drei Verzerrungen treten dabei besonders oft auf. (Details in den Kacheln)
Das Wissen um diese Verzerrungen schützt nicht automatisch vor ihnen. Studien zu Krisen-Entscheidern zeigen: Auch Experten unterliegen ihnen.
Was also tun?
Erfahrene Entscheider arbeiten unter Druck anders als ungeübte. Sie erkennen Muster und führen die erste plausible Handlung aus. Diese Mustererkennung entsteht aber nicht aus Theoriewissen. Sie entsteht aus wiederholter Konfrontation mit realistischen Szenarien.
Hier schließt sich der Kreis zur Krisenstabsarbeit.
Strukturierte Krisenstabsarbeit - Lagefeststellung, Lagebeurteilung, Möglichkeiten des Handelns, Entschlussfassung - ist kein bürokratischer Selbstzweck. Sie ist eine kognitive Stütze gegen genau die Verzerrungen, die unter Stress unvermeidlich auftreten. Sie externalisiert das, was unter Stress als erstes zusammenbricht: die saubere Trennung von Fakten, Bewertung und Entscheidung.
Weitere Werkzeuge die nachweislich wirken, finden Sie in den Kacheln zum Beitrag.
Der gemeinsame Nenner all dieser Maßnahmen:
Struktur ersetzt das, was unter Stress nicht mehr zuverlässig funktioniert.
Wir unterstützen Unternehmen und Behörden seit über 20 Jahren beim Aufbau funktionsfähiger Krisenstäbe, beim Erstellen belastbarer Krisenhandbücher und bei realitätsnahen Übungen, in denen genau diese Mustererkennung trainiert wird.
Unsere Plattform eCRISMA® bündelt alle für das Krisenmanagement relevanten Dokumente, bietet blitzschnellen Zugriff und ein digitales Krisenprotokoll mit Verschlüsselung für rechtssichere Dokumentation, auch bei IT-Ausfällen. Das integrierte Feedbacksystem mit Änderungsjournal sorgt für ständige Aktualität und Nachvollziehbarkeit.
In den kommenden Teilen dieser Serie schauen wir auf die Kommunikation im Krisenstab, den Druck der Öffentlichkeit und die Resilienz der Führung.
➡️ Sprechen Sie uns an: www.ckk-consult.de
CKK Consult - Rat und Unterstützung für den Krisenfall
Dieser Beitrag ist Teil unserer Serie zur Psychologie unter Druck.
Kernkompetenz der CKK Consult OHG ist Krisenmanagement, nicht psychologische Beratung.
Wir beleuchten die psychologische Dimension, weil sie die Arbeitsfähigkeit von Krisenstäben unmittelbar beeinflusst.