Hitze ist ein Krisenfall, der sich Tage vorher ankündigt. Und trotzdem trifft er Unternehmen jedes Jahr unvorbereitet. 431 Millionen Euro kostet ein einziger Hitzetag ab 30 Grad die deutsche Wirtschaft.
Diese Woche liegt der Höhepunkt der nächsten Hitzewelle, mit bis zu 38 Grad. Im Juni fiel der deutsche Allzeitrekord: 41,8 Grad. Dazu rund acht ungewöhnlich niederschlagsarme Monate, unterdurchschnittliche Grundwasserstände vor allem im Süden und Osten, und am Rhein die niedrigsten Juli-Abflüsse seit 1900.
Trotzdem taucht Hitze in vielen Unternehmen nur an einer Stelle auf, im Arbeitsschutz. Als Krisenszenario wird sie selten durchgespielt. Dabei ist Hitze genau das, ein Krisen-Kaskadenszenario: Personal, Energie, Wasser, Lieferkette und IT geraten gleichzeitig unter Druck. Was das konkret bedeutet, mit den Zahlen dieses Sommers, zeigt die erste Kachel.
Der Bund nimmt das Szenario ernst: Vom 4. bis 6. November probt die LÜKEX 26, die größte gemeinsame Krisenmanagementübung von Bund und Ländern, genau diesen Krisenfall: "Dürre und Hitzewelle". Beteiligt sind 183 Organisationen, so viele wie nie zuvor, knapp 100 üben aktiv mit, darunter Betreiber kritischer Infrastruktur. Bemerkenswert an der Zeitachse: Eine der Grundlagen der Übung, die Risikoanalyse "Dürre", liegt dem Bundestag seit 2019 vor. Zwischen Erkennen und Üben liegen sieben Jahre.
Und Ihr Unternehmen? Fünf Fragen dafür an Ihren Krisenstab finden Sie auf der zweiten Kachel.
Eine Hitzewelle kündigt sich an wie kaum ein anderer Krisenfall. Wer trotzdem unvorbereitet ist, hat nicht die Warnung verpasst, sondern die Vorbereitung.
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